Am 20. April 2026 hat die Umweltbehörde der Vereinigten Staaten (EPA) die Interimsanleitung für die Zerstörung und Entsorgung von PFAS aus dem Jahr 2026 veröffentlicht und sie der öffentlichen Meinungsbildung übergeben. Dies markiert die dritte große Überarbeitung seit der Behörde die Anleitung im Jahr 2020 erstmals veröffentlicht hat. Diese Überarbeitung passt die Häufigkeit der Anleitungserstellung von der gesetzlich vorgeschriebenen alle drei Jahre auf jährliche Updates an.
Wichtige Punkte
1. Geltungsbereich (Sechs PFAS-Materialtypen)
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Typ |
Beschreibung |
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Wasserfilmbildendes Schäumen (AFFF) |
Feuerlöschschäume |
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Boden und Bioschlamm |
PFAS-verunreinigter Schlamm und Boden |
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Industrielle Textilien |
Nicht-konsumentenartige Gegenstände, wie Schutzausrüstung und Zelte |
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Verwendete Wasserbehandlungsmaterialien |
Aktiviertes Kohle, Ionenaustauscher und Hochdruckmembranen |
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Deponieabwasser |
PFAS-haltendes Abwasser |
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Industrielle Abfälle |
Feste, flüssige oder gasförmige Abfälle, die durch die Herstellung oder Verwendung von PFAS entstehen |
2. Drei Entsorgungsverfahren (Rangliste nach geringstem bis höchstem Umweltauslegungsrisiko)
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Rang |
Verfahren |
Eigenschaften und Risiken |
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1 |
Untergrundinjektion (Klasse I Brunnen) |
Niedrigstes Risiko; injiziert flüssige Abfälle in tief geologische Formationen, isoliert sie von unterirdischen Trinkwasserquellen; jedoch sind die Anzahl der Brunnen begrenzt und es ist nur für flüssige Abfälle anwendbar |
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2 |
Deponierung (RCRA-Teil C Gefahrstoffdeponien) |
Strengste Ingenieurgebietskontrollen (doppelte Schichten, Abflusswassererfassung); neue Forschung deutet darauf hin, dass die Freisetzung von PFAS aus allen Deponien höher sein könnte als die Schätzungen von 2024 |
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3 |
Thermische Behandlung (Hochtemperaturverbrennung, etc.) |
Hohe Temperaturen (>1100°C), ausreichende Mischung und ausreichende Verweilzeit können PFAS effektiv zerstören; jedoch besteht das Risiko von Produkten unvollständiger Verbrennung (PICs) |
3. Schlüsselaktualisierungen (2026-Ausgabe vs. 2024-Ausgabe)
Thermische Behandlung:
- Hinzugefügt Testdaten aus der Verbrennungsanlage Clean Harbors (Utah) und Veolia (Texas) von 2024
- Hinzugefügt Forschung zur thermischen Behandlung von HFPO-DA (GenX)
- Hinzugefügt Forschung zu Klärschlammverbrennungsanlagen (SSI) und Aktivkohleregenerationsöfen
Deponien:
- Hinzugefügt Daten zur Durchlässigkeit der Deponieschichten
- Hinzugefügt Daten zum Einfluss der Gassammelsysteme auf die Migration von PFAS
- Aktualisierte Daten zum PFAS-Konzentrationsbereich der Leachate
- Hinzugefügte Informationen zur nichtzielgerichteten Analyse
Untergrundinjektion:
- Aktualisierte Daten zur Verteilung der Klasse-I-Bohrpfützen (Daten 2023)
4. Hauptsächliche Empfehlungen
Allgemeines Prinzip: Priorisieren Sie Technologien mit geringeren Umweltrisiken
Spezifische Empfehlungen:
- Flüssiges, hochkonzentriertes PFAS-Absatzwasser → Überlegen Sie Klasse-I-Bohrpfützen im Untergrund
- Festes PFAS-Absatzwasser → Hochtemperaturthermische Behandlung (>1100°C) oder Gefahrstoffmülldeponien nach RCRA Abschnitt C
- Stabile polymerbasierte PFAS (z. B. PTFE) → Erlaubt in verschiedenen zugelassenen Deponien
- Flüchtige/wasserlösliche PFAS → Erfordern Mülldeponien mit kombinierten Dichtungen sowie Systemen zur Leachat- und Gasabsammlung
- Nicht empfohlen: C&D-Deponien (meist ohne Dichtung und Leachatabsammlung)
Beteiligung der Öffentlichkeit
Die Leitlinie tritt nun in eine 60-tägige Frist für öffentliche Stellungnahmen ein. Die EPA ruft speziell zur Einreichung von Forschungsdaten im Zusammenhang mit der PFAS-Absatzwasserbehandlung, zur Zusammenarbeit von Verbrennungsanlagen bei PICs und Emissionsmessungen sowie zur öffentlichen Veröffentlichung von Daten durch Technologieforscher auf, die für die Bewertungsbasis verwendbar sind.

