Am 15. Mai 2026 hat Thailand’s Ministerium für Industrie offiziell einen Änderungsentwurf zur Liste der gefährlichen Stoffe veröffentlicht und zur öffentlichen Konsultation gestellt, wobei die Kommentarfrist am 15. Juni 2026 endet. Der Entwurf zielt darauf ab, Thailand’s internationale Verpflichtungen als Vertragsstaat des Chemiewaffenübereinkommens (CWC) weiter zu erfüllen und die Kontrolle über bestimmte gefährliche Stoffe zu verschärfen.
Hintergrund
Gemäß dem Dokument S/1820/2019, das am 23. Dezember 2019 von der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) herausgegeben wurde, genehmigte die 24. Konferenz der Vertragsstaaten des CWC am 27. November 2019 die Aufnahme von vier neuen Chemikalien des Anhangs 1 (Nr. 13 bis 16) in den Anhang über Chemikalien des Übereinkommens. Dieser Beschluss trat am 7. Juni 2020 für alle Vertragsstaaten in Kraft.
Als Vertragsstaat des Übereinkommens berief Thailand’s Amt für Industriewerke (DIW) am 25. März 2021 die Sitzung des Nationalen Koordinierungsausschusses Nr. 1/2021 ein und stimmte einstimmig zu, dem Ausschuss für gefährliche Stoffe vorzuschlagen, diese vier neu hinzugefügten Chemikalien als gefährliche Stoffe des Typs 4 im Zuständigkeitsbereich des DIW einzustufen.
Derzeit sind die nach dem CWC kontrollierten gefährlichen Stoffe auf Anhang 5.1 und Anhang 5.5 der Liste gefährlicher Stoffe des Ministeriums für Industrie und deren Änderungen verteilt. Die Koexistenz mehrerer Listen könnte die Regulierungswirksamkeit beeinträchtigen. Aus diesem Grund hält es Thailand’s Ministerium für Industrie für notwendig, die betreffenden gefährlichen Stoffe anzupassen.
Hauptinhalte des Änderungsentwurfs
- Streichung bestimmter Stoffe aus Anhang 5.1
Insgesamt 43 gefährliche Stoffe werden aus Anhang 5.1 gestrichen und in Anhang 5.5 neu klassifiziert. Diese Anpassung dient ausschließlich der Erleichterung des Klassifizierungsmanagements gemäß dem CWC und berührt nicht ihren Status als gefährliche Stoffe, die dem Gesetz über gefährliche Stoffe B.E. 2535 (1992) und seinen untergeordneten Rechtsvorschriften unterliegen.
- Umbenennung von Anhang 5.5
Anhang 5.5 wird in “Stoffe, die unter dem Chemiewaffenübereinkommen kontrolliert werden” umbenannt. Dieser Anhang wird insgesamt 1.378 gefährliche Stoffe enthalten.
- Hinzufügung von 4 neuen kontrollierten Chemikalien zu Anhang 5.5
Vier chemische Substanzen, die 2019 in die CWC-Anhänge aufgenommen wurden (insgesamt 144 chemische Positionen umfassend), werden zu Anhang 5.5 hinzugefügt und als “gefährliche Stoffe des Typs 4” bezeichnet. Sobald der Änderungsentwurf genehmigt ist, unterliegen diese vier Substanzen strengen Kontrollen. Nach dem Gesetz über gefährliche Stoffe sind ihre Herstellung, Einfuhr, Ausfuhr oder ihr Besitz verboten.
Die vier Substanzen sind:
- Nr. 13: P-Alkyl (H oder ≤C10, einschließlich Cycloalkyl) N-(1-(Dialkyl (≤C10, einschließlich Cycloalkyl) amino)) alkyliden (H oder ≤C10, einschließlich Cycloalkyl) Phosphoramidfluoride und ihre entsprechenden alkylierten oder protonierten Salze
- Nr. 14: O-Alkyl (H oder ≤C10, einschließlich Cycloalkyl) N-(1-(Dialkyl (≤C10, einschließlich Cycloalkyl) amino)) alkyliden (H oder ≤C10, einschließlich Cycloalkyl) Phosphoramidfluoride und ihre entsprechenden alkylierten oder protonierten Salze
- Nr. 15: Methyl-(bis(diethylamino)methylen)phosphoramidfluorid
- Nr.16:Carbamate (quartäre und bis-quartäre Ammoniumsalze von Dimethylcarbamoyloxypyridin)
Zuständige Behörden, Importeure, Exporteure, Hersteller, Inhaber und Transitbeförderer können ihre Stellungnahmen bis zum 15. Juni 2026 bei Thailand’s Ministerium für Industrie einreichen. Das Amt für Industriewerke wird für die anschließende Klassifizierung und Regulierung gefährlicher Stoffe zuständig sein.

