Die 22. Sitzung des Persistent Organic Pollutants Review Committee (POPRC.22) im Rahmen des Stockholmer Übereinkommens der Vereinten Nationen über persistente organische Schadstoffe wird vom 21. bis 25. September 2026 in Rom, Italien, stattfinden. Diese Sitzung wird in unmittelbarem Anschluss an die 22. Sitzung des Chemical Review Committee des Rotterdamer Übereinkommens stattfinden und sich auf die verstärkte Regulierung neuartiger Flammschutzmittel sowie per- und polyfluorierter Alkylsubstanzen (PFAS) konzentrieren.
Zwei neue Chemikalienvorschläge
Die Sitzung wird zwei wichtige Vorschläge für neue Aufnahmen behandeln, die beide bromierte Flammschutzmittel betreffen:
- Decabromodiphenyl ethane (DBDPE) — Vorgeschlagen von der norwegischen Regierung, die die Aufnahme von DBDPE und seiner verwandten Substanz "1,1'-Ethan-1,2-diylbis[phenyl], bromierte Derivate" in die Anhänge A, B und/oder C des Übereinkommens beantragt. Als Ersatz für das traditionelle Decabromdiphenylether (decaBDE) hat DBDPE in den letzten Jahren einen starken Anstieg der weltweiten Produktion erlebt; seine Persistenz, sein Bioakkumulationspotenzial und seine Toxizität haben jedoch erhebliche internationale Besorgnis hervorgerufen.
- Bis(2-ethylhexyl) tetrabromophthalate (TBPH) — Vorgeschlagen von der Europäischen Union, die alle Isomere und deren Kombinationen umfasst. TBPH wird häufig als Flammschutzmittel in flexiblem Polyvinylchlorid und Polyurethanschaum eingesetzt, und seine Umweltnachweisraten steigen weiter an.
Dioxinähnliche Stoffe
Der Ausschuss wird den überarbeiteten Entwurf des Risikoprofils für polybromierte Dibenzo-p-dioxine und Dibenzofurane (PBDD/Fs) sowie gemischte bromierte/chlorierte Kongenere prüfen. Dieser Tagesordnungspunkt wurde auf der POPRC.21 im Jahr 2025 wegen unzureichender wissenschaftlicher Nachweise vertagt, wobei der Ausschuss die Vertragsparteien ausdrücklich aufforderte, zusätzliche Informationen über den Ferntransport in der Umwelt und Zusammenhänge mit schädlichen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit vorzulegen.
PFAS-Stoffe
Die Sitzung wird zudem eine eingehende Überprüfung des regulatorischen Status der gelisteten PFAS-Chemikalien durchführen:
- PFOS: Bewertung des fortdauernden Bedarfs für zulässige Zwecke und spezifische Ausnahmen
- PFOI-Ausnahme für pharmazeutische Anwendungen: Überprüfung, ob die spezifische Ausnahme für die Verwendung von Perfluoroctyliodid (PFOI) bei der Herstellung von Perfluoroctylbromid (PFOB) für die pharmazeutische Produktion weiterhin gerechtfertigt ist
- Indikative Listenaktualisierung: Prüfung der Abdeckungslisten für langkettige Perfluorcarbonsäuren (PFCAs), Perfluoroctansäure (PFOA) und Perfluorhexansulfonsäure (PFHxS) sowie ihrer verwandten Verbindungen
Darüber hinaus wird der Ausschuss Folgemaßnahmen zur Berichterstattung über POPs in Lagern, Produkten, in Gebrauch befindlichen Artikeln und Abfällen sowie Möglichkeiten zur Verbesserung der Einreichung von Informationen gemäß Anhang F erörtern.
