Technische Zusammenfassung basierend auf der neuesten OECD-Leitlinie Nr. 497
Die OECD-Testrichtlinie 497, veröffentlicht am 2. Juli 2026, führte das SARA-ICE-Tool ein, das die Bewertung der Hautsensibilisierung von einer qualitativen Klassifizierung der Relevanz auf eine quantitative Bewertung der Hautsensibilisierungspotenz anhebt.
Die SARA-ICE-Methode ist ein von NICEATM in Zusammenarbeit mit Unilever entwickeltes Bayes'sches statistisches Modell, das einen humanrelevanten Indikator für die Hautsensibilisierungspotenz schätzt. Dieser Indikator, bekannt als ED01, repräsentiert die geschätzte Hautdosis (μg·cm⁻²), bei der die Wahrscheinlichkeit einer Hautsensibilisierung im Human Patch Test (HPPT) 1% beträgt.
SARA-ICE nutzt die integrierte Datenbank von NICEATM mit über 400 chemischen Substanzen, die In-vivo-Daten (Human Patch Test HPPT, Local Lymph Node Assay LLNA) und In-vitro-Daten (DPRA, h-CLAT, U-SENS und andere Methoden) umfasst, um den Point of Departure (PoD) vorherzusagen. Mit der Einführung der neuesten OECD-497-Methode ist es nun nicht nur möglich festzustellen, ob ein Stoff "Hautsensibilisierung verursachen kann", sondern auch, bei ausreichenden Daten zu beantworten, "bei welcher Dosisstufe er eine geringe Sensibilisierungsreaktion in der menschlichen Bevölkerung auslösen könnte".
In diesem technischen Rahmen nutzt die SARA-ICE-Methode In-vitro-Daten mehrerer Schlüsselereignisse (KE) in Kombination mit der Integration vorhandener Tier- oder Menschenhistorischer Daten, um im Bayes'schen statistischen Rahmen probabilistische Schlussfolgerungen zur Sensibilisierungsdosis der Bevölkerung zu generieren. Das primäre Modelloutput ist die ED01-Verteilung, während das endgültige Ergebnis für regulatorische und Risikobewertungszwecke der PoD ist. Daher ist der PoD unter SARA-ICE kein direkt berechneter einzelner Wert, sondern ein modellierter Prozess, bei dem zunächst die ED01-Verteilung erzeugt und dann der PoD gemäß den Leitlinienvorgaben extrahiert wird. Der resultierende PoD hängt direkt von der Anwendbarkeit, Qualität und Abdeckung der Schlüsselereignisse in den Eingabedaten ab.
Gemäß den relevanten Anforderungen der OECD TG 497 erfordert die Anwendung von SARA-ICE Daten von mindestens zwei verschiedenen Schlüsselereignissen (KE), wie Testdaten von OECD 442C, 442D oder 442E. Im Allgemeinen sind die Datenquellen umfassender und die Konsistenz zwischen verschiedenen Schlüsselereignissen höher, desto stabiler ist das Modelloutput.
In Bezug auf die Eingabeinformationen sollten mindestens die folgenden Kategorien vorbereitet werden:
Zusammenfassung der akzeptablen Testmethoden für SARA-ICE
|
Testmethode |
Testrichtlinie |
Molekulares Schlüsselereignis |
Dateneingabe |
|
DPRA |
TG 442C |
1 |
Abbauprozentsatz (Cystein und Lysin) |
|
kDPRA |
TG 442C |
1 |
log kmax (Einheit M⁻¹·s⁻¹) |
|
KeratinoSens |
TG 442D |
2 |
EC1.5 und IC50 (µM) |
|
h-CLAT |
TG 442E |
3 |
EC200(CD54), EC150(CD86), CV75 (µg·mL⁻¹) |
|
U-SENS |
TG 442E |
3 |
EC150 und CV70 (µg·mL⁻¹) |
|
LLNA |
TG 429, TG 442A, TG 442B |
4 |
EC3 (%) |
|
HPPT |
N/V |
Unerwünschter Ausgang |
Hautdosis (µg·cm⁻², Anzahl der Probanden N, Anzahl der sensibilisierten Probanden N) |
Zusätzlich sind zur Erleichterung der Überprüfung der Analyseergebnisse und der Berichterstellung Stoffidentifikationsinformationen wie chemischer Name und CAS-Nummer erforderlich.
SARA-ICE Dateneingabe und Arbeitsablauf zur Ergebnisüberprüfung
Der Arbeitsablauf folgt der Reihenfolge: "Eingabedaten hochladen → Berechnungsmodell auswählen → Vorhersageergebnisse anzeigen → Bericht generieren." Die Berichtserstellung wird in dieser Demonstration nicht behandelt.
1. Eingabedaten hochladen
Laden Sie zunächst die Standardvorlage herunter, füllen Sie die chemischen Informationen und Testdaten gemäß den Feldanforderungen aus und laden Sie die lokale Eingabedatei hoch. Dieser Schritt entspricht der Datenvorbereitung und dem Import, die sich direkt auf die Ergebnisse der nachfolgenden Modellläufe auswirken.

2. Berechnungsmodell auswählen
Wählen Sie in der Modellauswahloberfläche je nach Bewertungszweck entweder den OECD TG 497 Defined Approach oder das Erweiterte Modell aus. Die Modellauswahl bestimmt den Schwerpunkt der nachfolgenden Ausgaben, ob sie eher auf die PoD-Ableitung ausgerichtet ist oder sowohl die Gefahr als auch die GHS-Unterkategorisierung berücksichtigt.

3. Vorhersageergebnisse anzeigen
Nach Abschluss der Berechnung können Sie Ausgabeinhalte wie Klassifizierungsergebnistabellen, wichtige Quantile und Vorhersageintervallgrafiken einsehen.

4. Berichte nach Bedarf für verschiedene regulatorische Zwecke generieren.
Zusammenfassend leitet die auf OECD 497 basierende SARA-ICE-Methode durch Modellierung einen quantitativen PoD ab, basierend auf der zuvor abgeschlossenen qualitativen Klassifizierung der Hautsensibilisierung. Dies stellt das Meilenstein-Update der OECD-497-Methode dar.
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