Am 4. September 2026 veröffentlichte die US-Umweltschutzbehörde (EPA) eine Mitteilung im Federal Register, in der sie den Entwurf der Risikobewertung nach dem Toxic Substances Control Act (TSCA) für 1,2-Dichlorpropan ankündigte (DCP, CAS-Nr. 78-87-5) und zur öffentlichen Kommentierung einlud; Frist für Kommentare ist der 3. November 2026.
Hintergrund
1,2-Dichlorpropan ist eine farblose, flüchtige Flüssigkeit mit chloroformartigem Geruch, die überwiegend als Nebenprodukt hergestellt wird. Unter Bezugnahme auf die Ergebnisse des Chemical Data Reporting (CDR) von 2024 gab die EPA an, dass das US-Produktionsvolumen etwa 100 bis 250 Millionen Pfund beträgt, wobei auch Importe möglich sind. Zu den industriellen und kommerziellen Verwendungen gehören die Verarbeitung als Reaktant, Laborchemikalien sowie Reinigungs- und Möbelpflegeprodukte. Obwohl flüchtig, ist der Stoff wasserlöslich und mit den meisten organischen Lösungsmitteln mischbar; nach Freisetzung in Luft, Wasser, Boden und Sediment ist er persistent, wobei der Abbau Monate bis Jahre dauern kann.
Bewertungsergebnisse
Im Rahmen des Abschnitts 6(b) des TSCA bewertete die EPA 15 „Verwendungsbedingungen“ (COUs), die den gesamten Lebenszyklus von der Herstellung über Verarbeitung, Vertrieb, industrielle/gewerbliche/Verbraucherverwendung bis hin zur Entsorgung abdecken. Die vorläufigen Schlussfolgerungen sind nachstehend zusammengefasst.
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Bevölkerungsgruppe |
Vorläufige Risikobestimmung |
Wesentliche Treiber |
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Arbeitnehmer |
11 COUs stellen ein signifikantes Risiko dar |
Vorwiegend Inhalation; bei einigen COUs besteht zudem ein dermales Risiko für nichtkanzerogene/kanzerogene Wirkungen |
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Berufliche Nichtanwender (ONU) |
4 der oben genannten COUs betreffen auch ONUs |
Nur Inhalationspfad (ONUs haben keinen direkten Kontakt; dermale Aufnahme nicht bewertet) |
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Verbraucher (einschließlich Umstehender) |
Alle 3 COUs für Reinigungs-/Poliermittel stellen ein signifikantes Risiko dar |
Verbraucher: hauptsächlich akute Inhalation, zusätzlich chronische nichtkanzerogene/kanzerogene Inhalation und dermale Risiken; Umstehende: vorwiegend Inhalation |
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Allgemeinbevölkerung |
Kein signifikantes Risiko |
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Nächste Schritte
Die EPA bittet um öffentliche Kommentare zu 10 Kategorien von Fragen, darunter Herstellungsmerkmale, Mengen an Laborchemikalien und PSA, ob Reinigungs-/Poliermittel wieder in den US-Markt gelangen, die Repräsentativität der Exposition bei bestimmten Occupational Exposure Scenarios (OES) und die Wirksamkeit von Handschuhen/Atemschutz. Die EPA wird bei ihrer endgültigen Risikobestimmung auch die Kommentare aus der Überprüfung durch das SACC (Science Advisory Committee on Chemicals) vom August 2026 berücksichtigen.

